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Hakim BeyThe music of what happensHakim Bey (alias Peter Lamborn Wilson), amerikanischer
Essayist, Poet, anarchistischer Ontologist, Autor von TAZ: The Temporary
Autonomous Zone, Ontological Anarchy, Poetic Terrorism. Mehr unter:
http://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Lamborn_Wilson agp#7.053Aus dem Amerikanischen übersetzt von jay_h![]() Bezüglich der Jungenliebe finde ich mich, was die Theorie betrifft, in einer gewissen Verlegenheit wieder -- und Theorie basiert natürlich auf Praxis. Das Problem gründet auf dem Umstand, dass Jungenliebe anscheinend das Schicksal ereilt hat, das von Foucault vorhergesagt wurde: Sie ist »verschwunden«. Ich hoffe aufrichtig, dass das in der Praxis meiner Leser nicht der Fall ist -- aber das Glück einiger weniger lässt uns dennoch mit dem allgemeinen Elend zurück, das sich als Elend der Theorie entpuppt. Laut Foucault verschwindet alle Sexualität aus der alltäglichen Existenz, gerade weil sie im universellen Diskurs vermittelt wird, d.h. gerade weil sie vom realen Leben in den Bereich der Bilder übertragen wird. Das ist offensichtlich mit der Jungenliebe passiert. Sie hat sich aufgelöst in eine Vorstellung von Angst und Abscheu einerseits und in ein Utopia der Werbung, des Fernsehens und des Kinos wie auch in unterdrückte, unausgesprochene Sehnsucht auf der anderen Seite. Was sich hier zeigt, ähnelt schlechtem Neoplat0nismus -- der »Archetyp« ist realer als das »Ding an sich«. Panik und Lügen in den Nachrichten, gefolgt von einer maskiert lüsternen Werbung für Schuhe oder sowas. Aber keine Liebe. Früher, in einer traditionellen Umgebung, erschien nichts im entfremdeten Bereich der Vermittlung durch den öffentlichen Diskurs. Das Thema war nicht dermaßen tabu, weil es gar kein Thema war. Es gab noch keine »Identitäten«, die als referentielle Fixpunkte betrachtet werden konnten -- keine »Opfer«, keine »Täter«, keine »Homosexuellen« oder »Pädophile«. In der Praxis des sexuellen Verhaltens allerdings war Jungenliebe eine natürliche Ausdrucksform. Sie fand statt (it happened). Und wie lautet doch das alte irische Gedicht: die schönste Musik ist the music of what happens. Das Auftauchen eines öffentlichen Diskurses über »sexuelle Minoritäten« und »sexuelle Befreiung« in den 70er-jahren half vielen von uns, das alte griechisch-römische Paradigma und die falsche Idealisation zu überwinden. Ein Paradigma, das für so viele Jungenliebende großes Elend bedeutete, wie John Henry Mackay bereits Ende des neunzehnten Jahrhunderts betonte. Dank radikaler Theorie konnten wir uns tatsächlich mit unseren »devianten« Sexualitäten aussöhnen und reale Freundschaften (erotische und andere) mit realen (Kindern) erfahren. Gleichzeitig aber, wie wir jetzt sehen, säte der Diskurs über »Befreiung« bereits den Samen des Foucaultschen Verschwindens. Einerseits drohte die Metaphorik (imagery) der »political correctness« die Spontaneität des natürlichen Lebens zu Grunde zu richten -- andrerseits aber, und das war um einiges katastrophaler, generierte der aufkommende Diskurs eine Reaktion (Schock, Hass, Hysterie), die den Diskurs selbst schließlich erdrückte, zerstörte und ihn ins Schweigen zurückdrängte. Interessanterweise generierten der Diskurs und seine Unterdrückung gleichzeitig eine ungeheuer mächtige Bildsprache in den Medien; eine Bildsprache, die auf der lüsternen Faszination und einer universalisierten »Soft-Pornotopie« der Ikonographie des verführerischen Kindes basiert (beispiele sind die Calvin-Klein-Werbung und der Film Kids). Es scheint, dass Schock und Abscheu ein Produkt wunderbar lancieren. Unser Elend schenkt dem Kapitalismus Gewinn. Das Bild des verführerischen Kindes zielt nicht auf »Pädophile«, die gar keine signifikante Marktgrösse repräsentieren, noch ist es von »Pädophilen« erschaffen (die Kleinanzeigen z. b. basierten nicht auf Kinderpornos, sondern auf dem Bild von Kinderpornografie, das, durch den Filter von »Schock und Abscheu« durchsickernd, zu einer erotischen Evokation von »Missbrauch« wird). Diese Werbung hat ihre größte Machtquelle in dem, was Deleuze und Guattari das »ödipale Elend der kapitalistischen Gesellschaft« nennen. Letztendlich ist die Verführung durch die Bildsprache in den Medien ein Familiendrama. Die Kernfamilie monopolisiert die Sexualität und verneint sie gleichzeitig gänzlich (Inzest, »Missbrauch«) -- Familien sind die »Geizhälse der Liebe« (»wie ich sie hasse«), wie Gide sagt. Die Familie ist auch die Grundeinheit des Konsums. Die Metaphorik des Kapitals schafft eine immense verdrängte Energie, indem es die frustrierten Sehnsüchte innerhalb einer Familie ausnützt. Diese Energie kann dann direkt in Warenfetischismus umgeleitet werden. Die Utopie der Liebe ist als Spur eingeschrieben in die Bildsprache der Kontrolle. Vom freien libidinösen Ausdruck abgelöst wird das Verlangen in Energien von Arbeit und Freizeit kanalisiert. Das Schock-&-Abscheu-Bild der Nachrichtensendungen ergänzt so das verführerische Bild der Werbung, sitcoms, Platten etc. Es ist eine Art guter Cop/schlechter Cop-Schablone: »Du sollst nicht« warnt das Panik- und Missbrauch-Bild. Aber du kannst die verbotene Frucht probieren, wenn du diese Ware kaufst. (Natürlich kannst du sie nicht wirklich probieren; wenn du könntest, wärst du befriedigt und deshalb weniger darauf aus, die nächste Ware zu kaufen, die verspricht, dass du dieses mal wirklich … etc. etc.). Oder wie die Softdrink-Werbung es treffend ausdrückt: Image is nothing -- taste is everything. Das »Verschwinden« begann also nicht in den 70er-jahren mit ihren Hexenjagden und Befreiungstheorien -- Es begann im frühen neunzehnten Jahrhundert mit dem Aufkommen des modernen Kapitalismus. Das griechisch-römische Paradigma war bereits Teil dieses Prozesses. Es war eine Reaktion auf die Entfremdung des Kapitals, aber es nahm die Form des Ideals an, durch die es bereits eine Art von Verschwinden aus dem realen Leben in die Repräsentation hinein begründete. Die satanic mills in England, Europa und Amerika hatten einen äußerst schädlichen Einfluss auf die Liebe, wie Blake vorhersagte (zu jener Zeit brauchte es einen verrückten Phantasten, um die Beziehung herzustellen, die uns heute so offensichtlich erscheint). Natürlich war da immer Taormina oder Algerien. Wie imperialistische Kolonialisten -- wenn auch nicht mit denselben miesen Intentionen -- wandten sich Jungenliebende dem primitiven oder dem orientalischen Anderen zu. Auf einer psychischen Ebene kann die ganze kolonialistische Unternehmung allgemein als ein Versuch gesehen werden, aus dem neunzehnten Jahrhundert zu fliehen -- ein romantisches Abenteuer. Die Boylover (BL) Grand Tour war auch in den 70er- und 80er-jahren dieses Jahrhunderts noch möglich. Ich entsinne mich eines BL-Freundes von mir, der denjenigen von uns, die »sich auf diesem Weg Vorteile verschaffen aus Unterentwicklung und kolonialer Hegemonie«, sehr kritisch gegenüber stand. Im Prinzip bin ich mit ihm einverstanden. Und doch wäre es unmöglich, einige der glücklichsten Momente im Leben zu bedauern, nur weil sie nicht politisch korrekt waren. Überdies ist dieses Argument ein zweischneidiges Schwert: Ein Großteil der Linken kam innerhalb weniger Jahre zu der Überzeugung, dass »Pädophilie« politisch inkorrekt sei. Verdammt bist du, wenn du`s tust, verdammt bist du, wenn du`s nicht tust. Wie auch immer: Infolge von AIDS und einer Globalisierung der Hysterie über Kinder-Sex ist die ganze Sache müßig geworden. Das neunzehnte Jahrhundert hat schließlich die ganze Welt erobert. Es gibt keinen Fluchtweg mehr. Das Szenario des Verschwindens ist zwar auch anwendbar auf »normale Homosexualität«, doch manifestiert es sich dort auf eine andere Art und Weise. Der Diskurs über »Rechte« war hier um einiges erfolgreicher, als derjenige über »Befreiung«, der von den sexuellen Minderheiten unterstützt wurde. Schwule waren in der Lage (und bereit dazu), sich als Marktgröße wie auch als Wählerpotential zu präsentieren. Der Preis, der für die Anerkennung durch die Allgemeinheit bezahlt werden musste, war (offensichtlich) die Kapitulation vor der Allgemeinheit. Schwule wollten wie alle anderen sein (außer im Bett): sie wollten der Armee und der Polizei beitreten, sie wollten Mitglied der Republikanischen Partei werden, sie wollten heiraten, etc … Ein »positives Bild« des schwulen Lebens in irgendeinem widerlichen Hollywood-Film wurde mit Entzücken als politischer Triumph gefeiert. Bob Black nannte sie: »Eine privilegierte Elite, die sich als unterdrückte Minderheit ausgibt«. Es gab eine Zeit, als es etwas bedeutete, schwul zu sein. Schwuchteln, wie auch Nigger, gehörten zu den am meisten unterdrückten, aber auch zu den kreativsten Gruppen in Amerika. Die heterosexuelle Bourgeoisie - durch den Kapitalismus bereits zu abgestumpft, als dass sie sich noch selbst unterhalten konnte - wandte sich den queens und spades zu, um von ihnen Musik, Mode, Tanz, Theater und sogar Literatur zu bekommen. Eine grandiose revolutionäre Subversion zeigte sich in der Kunst, infiziert mit dem inhärenten Anti-Kapitalismus einer wegen ihrer Rasse oder ihrer Sexualität ausgeschlossenen Bevölkerungsschicht. Die kulturelle Rebellion der 60er-jahre verdankt sich zweifellos diesen verborgenen Einflüssen. Auch wenn ich mich hier in Nostalgie verliere, so bleibe ich bei meinem Argument, dass es 1964 (einem Schlüssel-Jahr) in Amerika objektiv revolutionär war, schwul oder auch schwarz zu sein. Auch wenn die schwarze Revolution besiegt wurde, ist es doch heutzutage immer noch ein wenig revolutionär, schwarz zu sein. Bei den gays ist das absolut nicht mehr der Fall. Statt ihr Geburtsrecht für eine Linsensuppe zu verkaufen, linsten die Post-Stonewall-Schwulen zum Tisch der »feinen Gesellschaft« und tauschten es im Namen der »Rechte« gegen das Privileg ein, am Souper teilnehmen zu dürfen. Aber dieses Geburtsrecht beinhaltete alles, was Schwulsein erst interessant machte. Was ich meine, ist: Es macht keinen Spaß, unterdrückt zu werden, aber es ist immer noch besser, als einfach zum Feind überzuwechseln. Ein Wort zum Spaß an der Sexualität als solcher: AIDS hat dem ein Ende gemacht. Es würde uns sicherlich nicht überraschen, wenn wir hörten, AIDS sei ein Kunstprodukt, denn es kam wahrlich in einem opportunen Moment für den Kapitalismus auf. Wie auch immer: Homosexualität (falls wir noch von solchen Kategorien sprechen können) ist verschwunden. Was bleibt ist Schwulsein. All diese Trends kamen zu einer Art Wendepunkt etwa um dieselbe Zeit, sagen wir: 1989 bis 1991. Offensichtlich ist es die gleiche Periode, in der das Kapital über die letzten, pathetischen und gründlich betrogenen Überbleibsel der großen sozialen Bewegung des neunzehnten Jahrhunderts triumphierte. Der Stalinismus riss alles mit sich, in einer Art grimmigem Ragnarök der linken Ohnmacht. Wie jeder nun langsam zu erkennen beginnt, hat der Kapitalismus die Welt, die er so ohne Anstrengung gewann, restlos transformiert. Neoliberale global market values haben mehr Regierungen demontiert als jede lächerliche altmodische Revolution in einem Jahrtausend stürzen konnte; aber selbstverständlich hat das Kapital auch den Staat als einzige Machtquelle ersetzt. Die »Privatisierung« der Realität wird nun als gegeben angenommen. Klasse und Nation wurden ersetzt durch Zonen der »Sicherheit« und Zonen des Raubbaus. Schwere Arbeit ist besiegt, da Produktion nur noch für knapp zehn Prozent allen im umlauf befindlichen Kapitals sorgt. Und der Großteil der Produktion kann sowieso automatisiert werden. Die frühere »dritte Welt« ist besiegt, denn »wanderndes Kapital« kann durch seine einfache Absenz absolute Kontrolle über eine begrenzte Wirtschaft ausüben. Die lifestyle-revolution und die »Politik der Identität« der 60er- und 70er-jahre wurden besiegt, da sie, wie alle Ideologien, keinen Einfluss auf Kurswerte gewinnen konnten (und überdies sind die Rebellen heute glücklich -- sie haben ihren »Lifestyle« und ihre »Identität«. Ein Verrat in jeder Hinsicht). Mit anderen Worten kam alles, alle »Widerstandsbewegungen«, alle alternativen Strömungen, zum völligen Stillstand. Nichts kann dem Kapital entgegentreten. Absolut alles wurde dem Markt einverleibt und wurde so zur »Repräsentation« oder zur »Simulation«. Der Markt ist keine Ideologie sondern eine Naturkraft. Sogar die »Führungselite« wird selbst von der »Rationalität« des Profits und der Geldmehrung geführt. Den CEO umzubringen (wie es der Unabomber vorschlug) ist sinnlos, denn der CEO ist auch nur ein ersetzbarer Teil der kakerlakenhirnigen Arbeitermasse. Der Leitgedanke ist, dass die »sexuelle Befreiung des Kindes« das ödipale Wirtschaftssystem zerstören, libidinöses Chaos befreien, die Arbeitsethik umstürzen, die Grundsätze einer programmatischen Erziehung ruinieren und die Rolle von sog. Therapie-Experten bedrohen würde. Generell würde sie die Arbeit der reibungslosen und universellen Maschine des Kapitals verkleben. Ergo: Verschwinden. Das alles passiert nicht auf einer bewussten Ebene (und zum Unbewussten: wer braucht es schon? Wir haben doch Werbung, wie Andrei Codrescu sagt). Um 1989 - 1991 herum begann ein neues Gefühl von Erstarrung sich mit leisen Schritten einzuschleichen, und als das Kapital sich in das Geröll von Bagdad und Berlin drängte und sich schön machte, fing ein Gefühl von Langeweile und Verzweiflung an, sich in den Herzen vieler breit zu machen. Einige Leute beschrieben es mir als »Gefühl, dass nichts mehr wichtig ist, dass nichts mehr irgend einen Unterschied machen wird«. Der Grund, dass Menschen so fühlen, findet sich beim Kapital, das will, dass sie so fühlen. Arbeite, konsumiere, stirb. Du musst es nicht mögen, Arschloch. Die neue und angeblich radikale feministische Psychologie-Kritik, welche im (ungenannten) Namen der unverletzbaren Reinheit sowohl »kindliche Sexualität« als auch »Latenz« negiert, ist nicht einfach eine Rückkehr zu einer viktorianischen Moralauffassung. Als perfekte Maskierung für ödipales Elend funktioniert sie als ideologischer Support für eine »unzufriedene Gesellschaft«, die auf Repression und Bild-Fetischismus basiert, in anderen Worten: für das Kapital. Der selben Sache dient die Ausbreitung der maskierten Kind-Sex-Bildsprache in den Medien und der Werbung -- genauso wie deren Gegenteil, die Infektion der Gesellschaft mit einer moralistischen Panik und die Projektion von verbotenen Sehnsüchten in den schweinischen anderen, den Perversen (die neuste Arena für diese spektakulären Täuschungen ist das Internet). Die Organisatoren dieses Symposiums (dieser Artikel wurde für die Planungskonferenz des Toronto-Symposiums 1998 der NAMBLA geschrieben) haben wie Chernashevsky und Lenin gefragt: »Was tun?« Wie können wir einer Welt gegenüber in Opposition gehen, die uns praktisch zum Verschwinden gebracht hat, wie man früher in Lateinamerika sagte? Wie können wir dem widerstehen? Als erstes ist festzuhalten, dass »wir« nichts gewinnen können, wenn wir an die Schwulenbewegung appellieren. Sie könnten uns nicht helfen, auch wenn sie wollten (was sie nicht tun). Wir sind alleine (We are alone -- ich beziehe mich hier auf den schönen alten skandinavischen Boylove-Film You Are Not Alone). Es gibt kein süßes, behagliches BL-Utopia, in das wir uns zurückziehen können, wie es Guy Davenport beschrieben hat. Wenn wir öffentlich um Aufmerksamkeit für unsere alten »Freiheits-Ideale« werben, so ermutigen wir dadurch nur die Unterdrücker. Angst hat die Kinder infiziert -- man sieht das an den form- und farblosen Kleidern, die sie tragen; Anzeichen für eine Gesellschaft als universelles Panoptikum, in der nur der gangsta (Gangster) ein gewisses Maß an Authentizität für sich beanspruchen kann. Und die Medien haben alle verschlungen; sie haben nicht nur die Natur ersetzt, sondern auch die »zweite Natur«. Das Mediensystem ist die Religion des Kapitals -- und das Kapital hat triumphiert. Nun, ich denke aber, dass diese Situation nicht für längere Zeit bestand haben kann. Das Kapital könnte vielleicht nicht wirklich triumphierend sein, sondern nur triumphalistisch. Es behauptet, alles erobert zu haben. Und doch scheint es mir in seiner totalitären Ekstase so zerbrechlich zu sein, wie der Kommunismus im Jahre, sagen wir, 1984. Warum sollten alle anderen schlechten Ideen aus dem neunzehnten Jahrhundert Schiffbruch erleiden und nur der Kapitalismus erfolgreich sein? Widerstand gegen das Kapital ist auf jeden Fall unvermeidlich. Zur Jahrtausendwende wird er Form angenommen haben (die ersten Schüsse wurden bereits in Chiappas abgefeuert). Wir müssen nur aushalten, bis die soziale Bewegung sich selbst wieder belebt hat -- nicht als stalinistischer Vampir, sondern in einer neuen, phönixgleichen Form. Einer Form, die erst noch enthüllt werden muss. So jedenfalls spreche ich mir Mut zu. In der Zwischenzeit sollten wir darüber nachdenken, ob natürliche menschliche Sexualität (welcher Form auch immer) wirklich von den böswilligen Mächten des Kapitals ausgelöscht werden kann; ob die Libido selbst dem Mülleimer des kapitalistischen »Ende der Geschichte« übergeben werden kann. Falls dem so ist, dann sind wir »Minderheiten« nur die ersten, die die schlechte Nachricht hören. Bald werden es die anderen auch begreifen: Sex wird tot sein. Durch Biotechnik kann sich das Kapital schließlich sogar die Reproduktion aneignen. Wer braucht also »Heterosexualität«, hä?? Der Kampf dreht sich nicht um »BL-Sexualität«. Der Kampf dreht sich um die Liebe, um das Begehren, um den Körper. Wir können diese Dinge nicht länger als selbstverständlich betrachten. Reines Glück ist heute ein revolutionäres Programm. Wir haben alles zu verlieren. |
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