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AG Pädo BerlinKontaktebenen - Coming-OutLeitfragebogen und Modelle
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Berufskollegen Familie/Verwandschaft (erwachsene) Freunde |
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Erwachsener (Bl/Gl) |
Junge/ Mädchen (Bf/Gf) |
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Mitschüler Lehrer/Erzieher/Sozialpädagogen Eltern/Verwandschaft (gleichaltrige) „Peers“ |
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? Liebespartner, Intimus ? |
? erwachsener Freund ? |
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Abb1 Kontaktebenen : Soziale Umwelten |
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Formale, institutionalisierte Kontaktebene
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Private,
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Beispiele: Lehrer-Schüler (Beruf, Nachhilfe) Erzieher-Zögling (Heime, Freizeitheime) Betreuer-Teilnehmer (Einzelfall- und Familienhilfe, Training, Ferienfahrten, „Babysitting“, ehrenamtliche Projekte) |
Bekanntschaft : Punktuelle Kontakte |
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Einbindung in Aktivitäten der peer-group („Freizeitanimateur“)
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Kontinuierlicher Kontakt zu einem Jungen/Mädchen |
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Feste Beziehung : Liebe-Freundschaft-Verhältnis |
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_ Strukturelle Abhängigkeit |
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_ „nur“ emotionale Abhängigkeit, Sympathie |
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_ Nicht-reziprokes Verhältnis (Einseitigkeit) |
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_ Partnerschaftlich-komplementäres Verhältnis (Gegenseitigkeit) |
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_ Beziehung ist Mittel: Ziele sind Wissensvermittlung, Kompetenzerweiterung, Verhaltensnormierung bei einem Part |
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_ Beziehung ist Selbstzweck: Ziel ist Erhaltung/Vertiefung für beide Partner |
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_ Abgesichertes Verhältnis (Verträge mit Eltern/Institutionen, Verhaltens- und Erwartungssicherheit) |
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_ Prekäres Verhältnis („ganz normales Chaos der Liebe“) |
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_ Aufkündigung der Beziehung verlangt Gründe (außerhalb ihrer selbst) |
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_ Beziehungsabbruch jederzeit möglich |
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_ Orientiert auf Defizitausgleich, Entwicklung |
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_ Orientiert auf Anderssein |
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_ Festschreibung des Machtgefälles (Sanktionsgewalt) |
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_ Verflüssigung des Machtgefälles („Machtspiele“, Diversifizierung) |
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Abb2 Kontaktebenen : institutionell - privat |
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Beide Partner leben in verschiedenen Umwelten zugleich, in die sie ihre Kontakte einbringen oder nicht einbringen (vgl. Abb.1). Sie können sich ja nicht völlig verbergen. Also müssen sie sagen und zeigen, was sie zusammen sind/ nicht sind.
These 4: Unser „kulturelles Loch“: Rein private Beziehungen zwischen Kindern/Minderjährigen und Erwachsenen sind begriffslogisch nicht möglich. Reale Beziehungen zwischen Pädos und Jungen/Mädchen bedürfen einer Legende.
Legende = Verschleiernde Rollenzuordnung - (quasi-)familiär oder (quasi-)pädagogisch - notwendig gegenüber der Umwelt?
1. Welchen Stand habe ich heute? Lose Kontakte - reale Hoffnung / keine Hoffnung / reale Erfahrung
2. Bin ich mir sicher, Bl/Gl zu sein und leben zu müssen - und warum?
3. Wann habe ich begonnen, aktiv als Bl/Gl zu leben - wie sieht das zurzeit real aus? Welches ist mein größter Zwiespalt zurzeit - welches meine größte Angst?
4. Welche sind meine inneren Zweifel, dass das überhaupt lebbar ist, sein könnte, jetzt und hier?
5. Wünsche ich mir eigentlich auch eine eigene Familie?
6. Würde ich Hilfe therapeutischer Art oder persönliche Beratung wollen beim Coming-Out, wenn ich einen geeigneten Therapeuten wüsste? Habe ich da schon positive/negative Erfahrungen?
7. Habe ich Erfahrungen eines aktiven Sex-Lebens als junge/Jugendlicher? Kann ich daraus Schlüsse ziehen für meinen Beziehungswunsch und seine Realisation?
8. Wer weiß über mich Bescheid? Wie ergeht es mir mit dem Verschweigen? - Fragen nach Partnerin/Freundin/Ehe - Familie?
9. Bin ich "vorbereitet" auf eine Beziehung (eigene Wohnung, Beschäftigungsmöglichkeiten, Ideen, was ich mit einem Jungen/Mädchen zusammen erleben will)?
10. Wie lange lebe ich schon allein und ohne Beziehung? Wie wirkt sich das bei mir aus - Gegensteuerungen, Selbstsorge?
11. Welche Legenden biete ich an in meiner Umwelt? Bereite ich sie vor auf eine evtl. Beziehung - wie mache ich das?
12. Frage zur Selbsteinschätzung: Widerstände beim Coming-Out |
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Die zu bewältigenden Widersprüche und Probleme bei einem vollen coming-out liegen mehr innen als außen |
Mit mir und meinem Bl/Gl-Sein-Müssen bin ich im Reinen. Nur die äußeren Bedingungen machen mir ein Leben als Bl/Bl unmöglich |
13. Frage zur Selbsteinschätzung: Handlungsalternativen |
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Zuförderst will ich ein volles Leben als Bl/Gl entwickeln und leben, ein bisschen Kraft auch für Veränderungen einsetzen. Die Strafdrohung nehme ich real in Kauf - darauf bin ich vorbereitet |
Ich bemühe mich um Kontakte/Beziehungen. Auf "Strafbares" dabei verzichte ich solange, wie die Gesetze so sind, wie sie sind - und mache ein wenig mit bei Versuchen der Veränderung |
Erst müsste sich sich die Gesellschaft ändern, dann könnte man/ich voll als Bl/Gl leben - vorher eher nicht. Also zuförderst will ich was ändern, z.B. die Öffentlichkeit aufklären |
Zur Soziologie der Pädophilie:
Hoffmann, Rainer. (1996). Die Lebenswelt der Pädophilen: Rahmen, Rituale und Dramaturgie der pädophilen Begegnung. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Lautmann, Rüdiger. (1999). Das Szenario der modellierten Pädophilie. In Katharina Rutschky & Reinhard Wolff (Hrsg.), Handbuch Sexueller Mißbrauch (S. 182-198). Reinbek: Rowohlt.
Plummer, Kenneth. (1981). Pedophilia: Constructing a Sociological Baseline. In M. Cook & K. Howells (Hrsg.), Adult Sexual Interest in Children (S. 221-250). London: Academic Press.
Zur »reinen Beziehung«:
Giddens, Anthony. (1993). Wandel der Intimität. Sexualität, Liebe und Erotik in modernen Gesellschaften. Frankfurt am Main: Fischer.
Zum Begriff der »Begegnung von Gegnern«:
Dörner, Klaus, Plog, Ursula, Teller, Christine & Wendt, Frank. (2002). Der sich und Andere liebende Mensch. In: Irren ist menschlich. Lehrbuch der Psychiatrie und Psychotherapie (S. 125-148). Bonn: Psychiatrie-Verlag.